04. September 2025
Neues Getreide in der Schweinefütterung – Chancen und Risiken für Tiergesundheit und Leistung
Mit der neuen Ernte beginnt für viele Schweinehalter die Umstellung auf frisches Getreide in der Fütterung. Was auf den ersten Blick nach Routine klingt, birgt bei genauerem Hinsehen einige Risiken – insbesondere für die Tiergesundheit und die Futterverwertung. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Herausforderungen und zeigt, wie Landwirte vorbeugen können.
Mit der neuen Ernte beginnt für viele Schweinehalter die Umstellung auf frisches Getreide in der Fütterung. Was auf den ersten Blick nach Routine klingt, birgt bei genauerem Hinsehen einige Risiken – insbesondere für die Tiergesundheit und die Futterverwertung. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Herausforderungen und zeigt, wie Landwirte vorbeugen können.
Risiken der neuen Ernte
- Frisch geerntetes Getreide ist biologisch aktiv
Direkt nach der Ernte ist Getreide noch nicht „ruhiggestellt“. Es enthält viele Oberflächenkeime, ist enzymatisch aktiv und kann bei Schweinen – besonders bei Ferkeln und Sauen – zu Verdauungsproblemen und Futterverweigerung führen. Die Folge: Leistungseinbußen und Umrauschen.
Empfehlung: Frisches Getreide sollte mindestens 2–4 Wochen gelagert werden, bei feuchtem Korn mit Säurekonservierung sogar bis zu 3 Wochen, bevor es verfüttert wird.
- Mykotoxine – unsichtbare Gefahr
Schimmelpilzgifte wie Deoxynivalenol (DON) und Zearalenon (ZEA) können bereits auf dem Feld entstehen – durch Feuchtigkeit, Hitze oder Trockenstress. Auch bei der Lagerung droht Gefahr, wenn Restfeuchte oder mangelhafte Belüftung vorliegen.
Folgen: Immunschwäche, schlechtere Futterverwertung, Fruchtbarkeitsstörungen und subklinische Erkrankungen.
Empfehlung: Regelmäßige Futteranalysen auf Mykotoxine durchführen – auch bei Stroh, das oft übersehen wird.
- Schwankende Nährstoffgehalte
Die neue Ernte kann von den gewohnten Werten abweichen – z. B. durch niedrigere Energiegehalte oder höheren Rohfaseranteil. Besonders bei Roggen oder spät geerntetem Getreide ist die Verdaulichkeit oft schlechter.
Empfehlung: Rationsberechnung anpassen und bei Bedarf mit Ergänzungsfuttermitteln ausgleichen.
- Futterumstellung – Stress für den Stoffwechsel
Eine abrupte Umstellung auf neues Getreide kann den Stoffwechsel belasten. Besonders empfindliche Tiere reagieren mit Durchfall, Appetitverlust oder Leistungseinbruch.
Empfehlung: Die Umstellung sollte schrittweise erfolgen – z. B. mit 10 % Zumischung, langsam steigernd auf 50 % oder mehr.
Was Landwirte beachten sollten
Um Risiken zu minimieren, sollten folgende Punkte beachtet werden:
Lagerung optimieren: trocken, kühl, belüftet – ggf. mit Säurekonservierung
Futterqualität prüfen: insbesondere auf Mykotoxine und Nährstoffgehalte
Futterumstellung dokumentieren: z. B. in einem digitalen Fütterungsprotokoll
Tiergesundheit beobachten: bei Auffälligkeiten frühzeitig reagieren
Rationen regelmäßig neu berechnen: mindestens bei jeder neuen Ernte
Hinweis zur Dokumentation
Bitte prüfen Sie im Zuge der Futterumstellung auch die Richtigkeit und Vollständigkeit Ihrer Fütterungsdaten. Ergänzen oder korrigieren Sie diese bei Bedarf, damit eine fundierte Bewertung und gezielte Maßnahmen möglich sind.
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